In Luxemburg hängt der Schutz des Wassers auch von dem ab, was man nicht sieht. Auf dieser Feststellung basiert die neue nationale Sensibilisierungskampagne zum Thema Abwasser, die am 2. März vom Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität in Zusammenarbeit mit der ALUSEAU (Association luxembourgeoise des services d'eau) und dem Wasserwirtschafts-
amt ins Leben gerufen wurde. Unter dem Titel „Eaux usées – Wat leeft?“ soll die Initiative die Öffentlichkeit über die wichtige Rolle der Abwasserwirtschaft für den Schutz der Umwelt und der Wasserressourcen des Landes informieren.
Das Thema Abwasser wird oft in den Hintergrund gedrängt, spielt jedoch im Alltag eine zentrale Rolle. Jeden Tag wird das Abwasser aus Haushalten, wirtschaftlichen Aktivitäten und öffentlichen Infrastrukturen gesammelt, transportiert und behandelt, bevor es in die Natur gelangt. Luxemburg verfügt zwar über leistungsfähige Abwasserentsorgungsinfrastrukturen, deren Effizienz hängt jedoch weitgehend vom Verhalten jedes Einzelnen ab. Die Kampagne erinnert daran, dass nichts ohne Folgen verschwindet, was in der Kanalisation verschwindet.
Den Weg des Abwassers verstehen
Um diesen Weg verständlicher zu machen, werden eine spezielle Website – ofwaasser.lu – sowie eine Reihe von Lehrmaterialien und Kommunikationsinstrumenten auf nationaler Ebene bereitgestellt. Ihr Ziel: Auf leicht verständliche Weise erklären, wie Abwasser fließt, wie Kanalisationsnetze und Kläranlagen funktionieren und vor allem, wie alltägliche Handlungen die Qualität der Flüsse und letztlich auch die des Trinkwassers beeinflussen.
Die Kampagne beleuchtet ein oft unsichtbares, aber entscheidendes Problem. Das Wegwerfen von Feuchttüchern, Fetten oder ungeeigneten Produkten in Toiletten oder Waschbecken kann zu Verstopfungen führen, technische Anlagen beschädigen, Kläranlagen überlasten und die Verschmutzung der Gewässer erhöhen. Scheinbar harmlose Handlungen können somit erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Kosten für die Verwaltung öffentlicher Infrastrukturen haben.
Mit konkreten Beispielen dafür, was in die Kanalisation entsorgt werden darf – und vor allem, was nicht –, möchte „Eaux usées – Wat leeft?” das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen stärken. Der Ansatz ist sowohl pädagogisch als auch bürgerorientiert: Verstehen, um besser handeln zu können. Die Kampagne wird von den Mitgliedern der ALUSEAU im Bereich Abwasserentsorgung und vom Ministerium über den Fonds für Umweltschutz finanziert und ist Teil einer langfristigen Vision für eine nachhaltige Wasserwirtschaft.
Mit dieser Initiative erinnern die Behörden daran, dass der Schutz der Wasserressourcen nicht nur auf einer leistungsfähigen Infrastruktur beruht, sondern auch auf dem täglichen Engagement aller. Denn der Schutz des Wassers beginnt in Luxemburg wie auch anderswo oft damit, dass man sich entscheidet, bestimmte Dinge nicht in die Kanalisation gelangen zu lassen.