Ab dem 9. Oktober wird sich für Bankkunden in Luxemburg und im gesamten SEPA-Raum etwas Grundlegendes ändern: Bei jeder Überweisung in Euro wird automatisch überprüft, ob der Name des Empfängers mit der angegebenen IBAN übereinstimmt. Mit dieser sogenannten Empfängerüberprüfung (Verification of Payee, VoP) wollen die Banken die zunehmende Bedrohung durch Online-Betrug eindämmen.
Reaktion auf wachsende Betrugsfälle
In den vergangenen Jahren haben Kriminelle immer professionellere Methoden entwickelt, um Zahlungen umzuleiten. Dabei setzen sie auf gefälschte Rechnungen, manipulierte E-Mails, falsche Lieferanten oder Social-Engineering-Tricks. Laut Angaben der Polizei stieg die Zahl der Online-Betrugsfälle 2024 um 20,8 Prozent – ein Trend, der zeigt, dass die Bedrohung systemisch geworden ist.
„Die stark gestiegenen Meldungen und Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, dass diese Bedrohung mittlerweile alle betrifft“, warnt Ananda Kautz, Mitglied der ABBL-Leitung. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen seien gleichermaßen im Visier der Täter.
So funktioniert das neue System
Mit VoP wird der Empfängername künftig in Echtzeit mit den Bankdaten abgeglichen. Die Kunden erhalten eine Rückmeldung in vier Stufen:
- atch – Daten stimmen überein, die Zahlung kann erfolgen.
- Close Match – kleinere Abweichung, ein Namensvorschlag wird angezeigt.
- No Match – keine Übereinstimmung, Warnhinweis zur Überprüfung.
- erification not possible – keine technische Überprüfung möglich, Zahlung nur mit Vorsicht.
Trotz Warnungen bleibt die Entscheidung letztlich beim Zahler: Auch bei „No Match“ können Überweisungen ausgeführt werden – die Verantwortung liegt dann beim Kunden. Bestehende Daueraufträge sind von der Umstellung nicht betroffen, nur neue oder geänderte Aufträge müssen durch den Abgleich laufen.
Herausforderung für Banken
Für die luxemburgischen Banken war die Einführung ein Kraftakt. Um den Abgleich in Echtzeit und für eine große Zahl an Transaktionen zu ermöglichen, mussten Systeme und Infrastrukturen umfassend angepasst werden. „Der 9. Oktober 2025 wird ein Meilenstein für die Sicherheit von Zahlungen in Europa sein“, sagt Kautz. Die Europäische Kommission unterstützt das Projekt ausdrücklich.
Vorbereitung für Kunden
Damit das System reibungslos funktioniert, empfiehlt die ABBL schon jetzt Vorbereitungen. Zahlende sollten die Empfängernamen immer exakt so eingeben, wie sie auf dem Kontoauszug oder den Bankunterlagen erscheinen. Unternehmen wiederum sollten sicherstellen, dass ihre offiziellen Dokumente – Rechnungen, Bestellformulare oder Verträge – den korrekten Kontonamen neben der IBAN enthalten.
Mit der neuen Prüfung soll nicht nur Betrug eingedämmt, sondern auch das Vertrauen in elektronische Zahlungen gestärkt werden. „Die Sicherheit von Zahlungen geht alle etwas an“, betont Kautz. „Jeder – ob Zahler oder Empfänger – trägt Verantwortung, die Integrität der Transaktionen zu sichern.“