Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und ihre Partner in ganz Europa haben die sechste Ausgabe der Kampagne Safe2Eat gestartet: eine grenzüberschreitende Initiative, die die Bürger für Lebensmittelsicherheit sensibilisiert, indem sie ihnen praktische und wissenschaftlich fundierte Ratschläge für bewusste Ernährungsentscheidungen bietet.
In einem Umfeld, in dem Verbraucher nach schnellen Lösungen für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden suchen, bleibt die Lebensmittelsicherheit ein zentrales Thema. Im Rahmen der europäischen Kampagne Safe2Eat 2026, die in Luxemburg von der luxemburgischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde (ALVA) koordiniert wird, stehen drei Schwerpunktthemen im Vordergrund: Nahrungsergänzungsmittel, gesundheitsbezogene Angaben und Allergene.
„In all diesen Bereichen stellen wir regelmäßig fest, wie wichtig korrekte Informationen für den Verbraucherschutz sind. Ob es sich um Nahrungsergänzungsmittel, Allergene oder gesundheitsbezogene Angaben handelt, mit Safe2Eat möchten wir den Verbrauchern das notwendige Wissen vermitteln, um diese Informationen besser zu verstehen und bewusste Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen“, erklärt Martine Hansen, Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau.
Europa verfügt über eines der strengsten Lebensmittelsicherheitssysteme der Welt, das auf wissenschaftlicher Exzellenz und der Zusammenarbeit zwischen der EFSA und den nationalen Behörden basiert. Dieses System schreibt vor, dass die auf dem Markt erhältlichen Lebensmittel sicher sein müssen, damit die Verbraucher ihre Entscheidungen mit Vertrauen treffen können.
Nahrungsergänzungsmittel: wenn das Image des „Natürlichen“ die potenziellen Risiken in den Hintergrund drängt
Nahrungsergänzungsmittel, die im Alltag der Verbraucher immer mehr an Bedeutung gewinnen, genießen oft ein positives Image. Jüngste Kontrollen, insbesondere aus den 2023 veröffentlichten offiziellen Berichten und bestätigt im Jahresbericht 2025 des Ministeriums, zeigen jedoch eine differenziertere Realität.
Es wurden Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht festgestellt (bis zu 67 Prozent je nach Kontrollkategorie im Jahr 2023), insbesondere die Tatsache, dass 30 Prozent der Produkte, die Coenzym Q10 enthielten und im Rahmen einer gezielten Kontrolle im Jahr 2024 analysiert wurden, einen anderen Coenzym-Q10-Gehalt aufwiesen als auf dem Etikett angegeben (Irreführung). Im Rahmen weiterer Kontrollen wurden Produkte identifiziert, die nicht deklarierte pharmakologisch wirksame Substanzen enthielten.
Abgesehen von Fragen der Konformität können diese Produkte unerwünschte Wirkungen haben, insbesondere bei Überdosierung oder bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel. Sie ersetzen in keinem Fall eine ausgewogene Ernährung.
Gesundheitsbezogene Angaben: zwischen Marketingversprechen und wissenschaftlicher Realität
Gesundheitsbezogene Angaben beeinflussen die Entscheidungen der Verbraucher stark. Deshalb ist ihre Verwendung auf europäischer Ebene geregelt.
Bis heute (Daten der Europäischen Kommission, konsolidiert bis 2023) wurden in der Europäischen Union 260 Angaben zugelassen, während mehr als 70 Prozent der Anträge mangels ausreichender wissenschaftlicher Nachweise abgelehnt wurden.
Trotz dieser Rahmenbedingungen decken Kontrollen in Luxemburg nach wie vor zahlreiche Verstöße auf, insbesondere bei online verkauften Produkten. Einige Angaben suggerieren unbewiesene oder sogar irreführende Wirkungen.
Allergene: ein lebenswichtiges Thema, das noch nicht ausreichend beherrscht wird
Nahrungsmittelallergien betreffen etwa ein Prozent der europäischen Bevölkerung, also fast 4,5 Millionen Menschen (Daten von Safe2Eat, Stand 2023).
Obwohl die Vorschriften eine klare Kennzeichnung von Allergenen vorschreiben, bestehen weiterhin Lücken. Der 2024 veröffentlichte ALVA-Bericht über Kennzeichnung und Allergene deckt Mängel auf, insbesondere im Gastronomiebereich. Jede fehlende, ungenaue oder fehlerhafte Information kann schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben.
Auf der Website securite-alimentaire.public.lu/fr.html kann die Öffentlichkeit alle Warnmeldungen zu Allergenen einsehen und den Newsletter abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Informieren, um bewusste Entscheidungen zu ermöglichen
Mit Safe2Eat 2026 wollen die EFSA und ihre Partner die Bürger dabei unterstützen, Informationen über Lebensmittel besser zu verstehen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Die Kampagne zielt darauf ab, einen kritischeren Blick auf Marketingversprechen zu fördern und an die Grenzen bestimmter Produkte zu erinnern.
Das ganze Jahr über wird eine breite Palette von Safe2Eat-Initiativen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene umgesetzt. Verbraucher sind eingeladen, die offizielle Website der Kampagne (www.efsa.europa.eu/luDE/safe2eat) zu besuchen, die Informationsmaterialien zu entdecken und über den Hashtag #Safe2EatEU in den sozialen Netzwerken mit den Inhalten der Kampagne zu interagieren.
Auf dem Erfolg von Safe2Eat 2025 aufbauen
Safe2Eat 2026 baut auf den hervorragenden Ergebnissen aus dem Jahr 2025 auf. Laut einer im November 2025 durchgeführten Ipsos-Umfrage erreichte die Kampagne 41 Prozent der Bürger in den untersuchten Ländern. Über ihre Wirkung in Bezug auf die Sichtbarkeit hinaus hat die Kampagne zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Fragen der Lebensmittelsicherheit geführt: Bürger, die mit der Safe2Eat-Kampagne in Berührung kamen, gaben an, der Lebensmittelsicherheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ihre Ernährungsentscheidungen kritischer zu hinterfragen und ein gesteigertes Interesse an den wissenschaftlichen Aspekten der Lebensmittelsicherheit zu zeigen.
Die Kampagne trug zudem dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher in das Lebensmittelsicherheitssystem der EU zu stärken, und verdeutlichte damit, wie wichtig eine klare, transparente und wissenschaftlich fundierte Kommunikation ist, um den Bürgern zu helfen, ihre täglichen Entscheidungen mit Zuversicht zu treffen.